Im Jahr 1753 legte Carl von Linné mit seiner “Species Plantarum” den Grundstein für die botanische Einordnung des Geißblatts. Die Gattung Lonicera umfasst etwa 180 Arten, die als kletternde Sträucher oder aufrechte Büsche wachsen. Der deutsche Name leitet sich von der Vorliebe der Ziegen für das Laub ab – ein Hinweis auf die enge Verbindung von Pflanze und Tierwelt.
Warum das Geißblatt in naturnahen Gärten wieder geschätzt wird
In Zeiten schwindender Insektenpopulationen rückt das Geißblatt als Bienenweide in den Fokus. Staudengärtner vermarkten die Pflanze neu, denn ihre Blüten liefern reichlich Nektar. Nachtfalter bestäuben die duftenden Blüten, die sich erst am Abend öffnen. Das Echte Geißblatt (Lonicera caprifolium) verströmt dann einen intensiven Duft, der auch Menschen anzieht.
Gartenbesitzer schätzen die Pflanze als natürlichen Sichtschutz an Zäunen und Mauern. Die Ranken benötigen eine Kletterhilfe, gedeihen aber an sonnigen bis halbschattigen Standorten. Einige Arten wie das Wald-Geißblatt (Lonicera periclymenum) sind in Europa heimisch und blühen von Mai bis Juni gelblich-weiß bis rötlich. Diese heimischen Varianten gelten als besonders bienenfreundlich und werden in naturnahen Gärten bevorzugt gepflanzt.
Die Kulturgeschichte reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück, als Gärtner begannen, das Geißblatt systematisch zu kultivieren. Seitdem hat sich die Pflanze zu einem festen Bestandteil europäischer Gartenkultur entwickelt. Die schwache Behauptung, Geißblatt sei nur eine alte Zierpflanze, greift zu kurz – ihre ökologische Rolle ist heute wichtiger denn je. Wer sich weiter einlesen möchte, findet in Westerfleht: Ein digitales Projekt zwischen Kunst und Technologie zusätzlichen Kontext
Vom Jelängerjelieber bis zur invasiven Japanischen Heckenkirsche: Arten im Porträt
Das Echte Geißblatt, auch Jelängerjelieber genannt, ist die bekannteste Art. Seine Blüten duften besonders abends, was Nachtfalter anlockt. Die Blütenfarbe variiert von Weiß bis Gelblich, oft mit rötlichen Tönen. Diese Art wächst wild in Hecken und lichten Wäldern und ist in Deutschland vielerorts geschützt.
Das Wald-Geißblatt (Lonicera periclymenum) ist ebenfalls in Europa heimisch. Es klettert an Bäumen und Sträuchern empor und bildet dichte Blütenstände. Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis Juni, wobei die Farben von Gelb über Weiß bis Rot reichen. Diese Art ist besonders robust und eignet sich für naturnahe Gärten.
Das Japanische Geißblatt (Lonicera japonica) hingegen gilt in Nordamerika und Australien als invasive Art. Es verdrängt heimische Pflanzen und breitet sich rasant aus. In Deutschland wird es seltener gepflanzt, da seine Ausbreitung schwer zu kontrollieren ist. Gartenbesitzer sollten auf heimische Arten zurückgreifen, um ökologische Schäden zu vermeiden. Details zum Hintergrund werden in Geißblatt, Heckenkirsche – Pflanzen, Pflege und Tipps – Mein schöner Garten dokumentiert
So pflanzen und pflegen Sie Geißblatt richtig: Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung
Die Pflanzung gelingt am besten im Frühjahr oder Herbst. Wählen Sie einen Standort mit durchlässigem Boden und ausreichend Sonne. Heben Sie ein Pflanzloch aus, das doppelt so breit ist wie der Wurzelballen. Setzen Sie die Pflanze ein und füllen Sie das Loch mit Erde auf. Drücken Sie die Erde gut an und wässern Sie kräftig.
Eine Rankhilfe ist unerlässlich, da Geißblatt nicht selbsthaftend klettert. Spaliere, Zäune oder Seile bieten Halt. Leiten Sie die Triebe regelmäßig in die gewünschte Richtung. Ein Rückschnitt im zeitigen Frühjahr fördert den Austrieb und hält die Pflanze in Form. Entfernen Sie abgestorbene Triebe, um Krankheiten vorzubeugen.
Die Pflege ist unkompliziert: Geißblatt benötigt wenig Wasser, verträgt aber keine Staunässe. Eine Mulchschicht hält die Feuchtigkeit im Boden. Düngen Sie im Frühjahr mit Kompost oder organischem Dünger. Bei Trockenheit sollten Sie zusätzlich gießen, besonders in den ersten Jahren nach der Pflanzung.
Die Herkunft des Geißblatts: Von der Volksmedizin bis zur modernen Gartenkultur
Die Gattung Lonicera ist nach dem deutschen Botaniker Adam Lonitzer benannt, der im 16. Jahrhundert lebte. Die Pflanze ist in Europa, Asien und Nordamerika verbreitet. In der Volksmedizin wurden Blätter und Ranken früher gegen Husten und Hautkrankheiten eingesetzt. Diese Anwendungen sind heute weitgehend in Vergessenheit geraten, aber die Pflanze bleibt in der Naturheilkunde präsent.
Die Beeren des Geißblatts reifen im Spätsommer und Herbst. Sie sind für Menschen giftig, dienen aber Vögeln als Nahrung. Diese Doppelfunktion macht die Pflanze zu einem wichtigen Bestandteil des Ökosystems. In Deutschland sind viele Arten als Wildpflanzen geschützt und in Hecken sowie lichten Wäldern zu finden.
Die Kultur als Zierpflanze begann im 17. Jahrhundert, als Gärtner die duftenden Blüten schätzten. Seitdem hat sich das Geißblatt zu einer beliebten Kletterpflanze entwickelt. Wir sollten die Pflanze jedoch nicht nur als Zierde betrachten, sondern auch ihren ökologischen Wert anerkennen.
Frequently Asked Questions
Wo kommt das Geißblatt natürlicherweise vor?
Geißblatt-Arten sind in Europa, Asien und Nordamerika heimisch. In Deutschland wachsen sie wild in Hecken, lichten Wäldern und an Waldrändern. Das Wald-Geißblatt ist in weiten Teilen Europas verbreitet, während das Japanische Geißblatt ursprünglich aus Ostasien stammt.
Wie unterscheidet sich das Echte Geißblatt vom Wald-Geißblatt?
Das Echte Geißblatt (Lonicera caprifolium) duftet intensiver und blüht früher im Jahr. Das Wald-Geißblatt (Lonicera periclymenum) hat eine längere Blütezeit und ist robuster. Beide Arten sind kletternd, aber das Wald-Geißblatt verträgt mehr Schatten.
Wie viele Arten umfasst die Gattung Lonicera?
Die Gattung Lonicera umfasst etwa 180 Arten weltweit. Diese Zahl variiert je nach botanischer Klassifikation, aber die meisten Quellen stimmen überein, dass es rund 180 Arten gibt. Sie wachsen als Sträucher oder Kletterpflanzen.
Was ist das Besondere am Jelängerjelieber?
Jelängerjelieber ist ein alternativer Name für das Echte Geißblatt. Es zeichnet sich durch seinen intensiven Duft aus, der besonders abends wahrnehmbar ist. Die Blüten sind reich an Nektar und ziehen nachtaktive Falter an.
Warum gilt das Japanische Geißblatt als invasiv?
Das Japanische Geißblatt (Lonicera japonica) wächst schnell und bildet dichte Bestände, die einheimische Pflanzen verdrängen. In Nordamerika und Australien hat es sich stark ausgebreitet und gilt dort als invasive Art. Es ist schwer zu kontrollieren, da es auch aus Wurzelresten neu austreibt.
